UND JETZT: DIE WELT! UND DANN KAM MIRNA / F
Zwei Stücke von Sibylle Berg
Freitag, 16.06.2017 19:30
 
 

UND JETZT: DIE WELT!

UND DANN KAM MIRNA

Zwei Stücke von Sibylle Berg an einem Abend

Österreichische Erstaufführung

 

Stückdauer: ca. 100 Minuten, keine Pause


Regie: Nele Weber


Sibylle Berg ist eine der erfolgreichsten Autorinnen der Gegenwart, weil sie mit spitzer Zunge und viel Humor über den Alltag von (jungen) Frauen schreibt. Ihre Themen sind die Sehnsucht nach der großen Liebe, die Sorge ums Geld und die perfekte Figur sowie die Suche nach neuen Formen weiblicher Selbstbestimmung. Gnadenlos und zugleich mit großer Zärtlichkeit porträtiert sie in ihren zwei Theaterstücken vier junge Frauen zwischen erotischen Abenteuern, Kindererziehung, Modefragen, Sex, Freundschaft und Fitnessstudio. Obwohl sie zusammen wohnen, kommunizieren sie nur per Skype, SMS, Chat oder Telefon. Und unversehens werden aus unabhängigen modernen Frauen im Selbstfindungsmodus vier Mütter frühpubertierender Mädchen. Spätestens jetzt sollten die überforderten Thirtysomethings erwachsen werden oder zumindest so tun. Aber ihre Töchter nehmen die eigene Erziehung lieber selbst in die Hand und versuchen - ganz nebenbei - auch die eigenen Mütter auf Kurs zu bringen.

 

PRESSESTIMMEN

 

Die Autorin schrieb den ersten Text "für eine Person und mehrere Stimmen. Oder anders", den zweiten "für ca. zwei Darstellerinnen oder eine hochgradig gespaltene Persönlichkeit". Regisseurin Nele Weber und Dramaturgin Britta Kampert wählten für den ersten Teil vier, für den zweiten fünf Spielerinnen. Den Übergang zwischen den Stücken löst man mit Witz: Mit dem geknüllten Tüll wischen Stefanie Rösner, Bo-Phyllis Strube und Yanna Rüger schwungvoll durch bunte Seidenpapierln, die sie in die Luft geschossen haben (Bühne: Elisabeth Weiß). Alexandra Maria Nutz, ganz schön Girlie, dröhnt mit dem Laubbläser durch die Partie.

Petra Nachbaur, Der Standard 

 

Mit der zwölfjährigen Lustenauerin Marie Florentina Fürnschuß hat das Theater eine junge Akteurin im Premierenteam, die das mit augenzwinkernder und daher stimmiger Altklugheit zu vermitteln vermag. Die Akteurinnen reißen das Stück somit raus. Stefanie Rösner, Bo-Phyllis Strube, Yanna Rüger und Alexandra Maria Nutz zeigen, von Regisseurin Nele Weber gut zum Ensemble verschweißt, nicht diverse Strategien, sondern in der knallbunten Ausstattung von Elisabeth Weiß und Regine Standfuss ein wildes Kaleidoskop an Befindlichkeit. Und das so im Hier und Jetzt, dass die Spannung durchgehend erhalten bleibt.

Christa Dietrich, Vorarlberger Nachrichten


Mit:

Alexandra Maria Nutz

Stefanie Rösner

Yanna Rüger

Bo Phyllis Strube


Regie: Nele Weber

Bühne: Elisabeth Weiß

Kostüm: Regine Standfuss

Choreografie: Mirjam Klebel